FRIEDEN BEWEGT - Der Lebensodem und das Herzlauschen
Weitere Beschreibungen zur biodynamischen Cranio-Praktik
mit Ausschnitten aus Ch. Ridley´s Buch ´Stillness´
(dieser Text ist derzeit farblich, etc. noch in Arbeit)
WIE BEGINNEN ?
In dem Moment, in dem Sie alle Versuche aufgeben, Ihre Gefühle zu isolieren und zu verändern, oder Ihre Schwächen zu beseitigen (meine Anm.: im Rahmen der Cranio-Praktik), wird sich Ihr Bewußtsein erweitern, entspannen, und mit diesen Anteilen in Verbindung treten.
Es ist unverantwortlich, einfach nur zu sagen: „Entspannen Sie sich einfach in die Stille Ihres Körpers hinein“, während Sie sich unaufhaltsam in der Intensität Ihres unerwünschten Gefühls gefangen fühlen. Wenn Sie sich jedoch in Ihren Körper hineinentspannen und fühlen können – während Sie Ihre Gefühle einfach nur da sein lassen –, dann kommt die Ihrem Körper innewohnende Stille zum Vorschein.
Es gibt jedoch einen Haken: Sie dürfen nicht versuchen, sich zu entspannen, sondern müssen die Entspannung kommen lassen, wenn sie kommt; das ist der neutrale Zustand. Ein neutraler Zustand ist ein stiller Ort der Hingabe, an dem Sie die Selbsttransmutation direkt beobachten.
Wenn Sie sich in Ihr Herz hineinentspannen und die Dinge einfach so sein lassen, wie sie sind, wird die Trägheitsenergie, die Ihre Wahrnehmung gefangen hält, befreit.
Dadurch
werden die Reaktionen wie Angst, Kontrolle, Verleugnung, Isolation,
oder Vermeidung gelöst, die jene Trägheitsmuster erzeugen, welche
den Fluss des Lebens behindern. Wenn sie im ´Neutralen´ sind, fügen
sich diese vereinnahmten Kräfte wieder kohärent in das Ganze ein.
Durch den direkten körperlichen Kontakt mit dem Leben
erkennen Sie, daß die Natur nicht aus einer feindseligen Haltung
heraus agiert – warum sollten Sie sich also selbst so behandeln ?
Biologische
Prozesse erscheinen nur deshalb feindselig, weil sie zwischen 2
Polaritäten ablaufen. Aber selbst dann handelt es sich um ein
dynamisches Gleichgewicht der Gegensätze, das in Einklang mit dem
Lebensodem steht.
Biodynamische Praktik ist definitiv kein
„Das kenne ich schon“, sondern eher ein „Hier war ich noch nie
zuvor“.
Während jeder Sitzung befinden Sie sich in einer
Unschuld, in der Sie sich immer wieder demütig fühlen, und soweit
ich das beurteilen kann, wird es immer so bleiben.
Inmitten des
Paradoxons zu sein und die Spannung der Gegensätze auszuhalten,
bedeutet, ehrfürchtige Gelassenheit zu entdecken. Es fühlt sich an,
als würde das Herz auf die Knie sinken.
DAS HERZFELD
Entspannen
Sie also in Ihr Herz hinein, verweilen Sie in der innewohnenden
Stille Ihres gesamten Körpers, und nehmen Sie mit ihm wahr – als
ein mit dem ganzen Körper empfundenes Gefühl.
Das Entspannen
in Ihr Herz hinein weckt Ihren Körper wieder zu seiner grundlegenden
Funktion als sinnliches Wahrnehmungsorgan.
Das
Herz ist ein multidimensionales Organ, das im Zentrum jedes
funktionierenden Aspekts Ihres Seins steht – körperlich,
psychisch, und spirituell – sowohl persönlich als auch
universell.
Das Herz empfängt, verarbeitet, und erzeugt eine
komplexe Reihe holografischer elektromagnetischer Muster, die
physiologische Vorgänge sowohl überwachen als auch regulieren, um
die Kohärenz zwischen allen Zellen und Organen des Körpers
aufrechtzuerhalten, und es sorgt für die Synchronizität zwischen
dem Körper und der Umwelt.
Auch
wenn die Herzwahrnehmung stets aktiv ist, schenken wir ihr
möglicherweise wenig Beachtung, da die westliche Kultur darauf
besteht, daß der Verstand unsere ausschließliche Quelle der
Wahrnehmung ist. Doch Sie können diese Fähigkeit wiedererwecken,
indem Sie in Ihrem Herzen verweilen, während Sie Stille im Raum
Ihres Körpers wahrnehmen, ohne zu reagieren - Sie sind sowohl ein
distanzierter Zeuge als auch ein fühlender Teilnehmer.
Ohne
Reaktivität fließen diese ungehinderten Strömungen frei in Ihnen,
während sie sich kontinuierlich in fraktalen, spiralförmigen
Windungen durch Ihren Körper zu beiden Polen hin modulieren.
Schon
bevor sich die Blutzellen zu Blutinseln zusammenballten, strahlten
sie ihr charakteristisches elektromagnetisches Feld aus, das
eine Mittellinie der Primäratmung (meine Anm.: Lebensodem) besaß
– dies ist das Feld, in dem Ihr Körper erschaffen wurde.
Eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt wird, lautet: „Warum braucht mich ein Klient, wenn ich während einer Sitzung nichts tue ?“ Ihr Klient braucht Sie, weil Sie ´Nicht-tun´ können.
Wenn
Sie in Stille verweilen, ohne in den natürlichen Heilungsprozess
einzugreifen, unterstützen Sie Ihren Klienten dabei, sich in
die Primäratmung zu entspannen. Ihre Fähigkeit, tief in Ihrem
eigenen Herzen zu verweilen, wird die kohärente Kraft im Herzen
Ihres Klienten deutlich verstärken, sodaß
die Primäratmung ihre Wirkung entfalten kann.
Die
Primäratmung – so genannt, weil sie der Brustatmung vorausgeht –
wird durch die inhärente Motilität des Gehirns angetrieben, die
sich auf die Hirnhäute bzw. das System der wechselseitigen
Spannungsmembranen (RTM) auswirkt.
Während Sie warten, löst sich die Spannung im Gewebe auf, wodurch die Knochen in einen frei schwebenden Zustand (Auftrieb) versetzt werden.
Das
Warten im Neutralen zu lernen, ist das Tor zur
Biodynamik.
PRIMÄRATMUNG
Die Cranialwelle ist
das leitende Mittel;
die Primäratmung ist die leitende Kraft (anstelle der Cranialwelle), und wir lassen sie die Heilung bewirken.
Sie
ist eine Intelligenz, der man implizit vertraut, denn sie ist das
Bewußtsein in jedem lebenden Organismus.
Sobald man Kontakt
zur Primäratmung aufnimmt, erlebt man einen ´aha´-Moment; man
erkennt, daß ihr Ebben und Fluten die gesamte zelluläre Bewegung im
cranio-sakralen System des Klienten erzeugt – sein Körper bewegt
sich als eine Einheit, gelenkt von dieser Kraft.
Diese
subtile, fließende Gezeitenbewegung strömt schichtübergreifend
durch den Körper-Geist des Klienten.
Mit anderen Worten: Die
Primäratmung durchdringt fließend jede Schicht – sei es Knochen,
Muskel, Organ, Membran, Flüssigkeit, oder Psyche –, bewegt sich in
ihr und durchströmt sie, als gäbe es keine Barrieren.
Bei der Primäratmung treten die Gewebe in den Hintergrund, und stattdessen nimmt man eine Ganzkörperbewegung wahr, die fließend wie ein protoplasmischer Strom tanzt. In diesem fließenden Körper spürt man, daß alle Bewegungen des Körpers aus der Primäratmung hervorgehen.
Man empfindet diesen anschwellenden und abebbenden Odem als einen polaren Tanz zwischen den ätherischen Kräften der Leichtigkeit (Raumausdehnung) und den irdischen Kräften der Schwerkraft (Raumkontraktion). Diese Bewegung vollzieht sich in den protoplasmischen Flüssigkeiten und innerhalb der Zellen.
Die biodynamische Methode unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von biomechanischen und funktionellen Methoden.
Die Primäratmung ist gleichmäßig, während die Cranialwelle variabel ist.
Die Primäratmung hält ein gleichmäßiges Ebben und Fluten von 2 bis 3 Zyklen pro Minute aufrecht, während die Frequenz der Cranialwelle zwischen 6 und 14 Zyklen pro Minute schwankt.
Die Primäratmung regt die Kohärenzkraft dazu an, die Flüssigkeiten im Inneren des Knochens zu durchströmen, wodurch dort Leichtigkeit entsteht;
Leichtigkeit
hebt die Auswirkungen der Schwerkraft auf und schafft den Auftrieb
und den Raum, die dazu beitragen, komprimierte
Trägheitsbewegungsmuster aufzulösen.
Die Leichtigkeit prägt
die gesunden Formmuster in die Flüssigkeitsfelder ei;
und
die Schwerkraft verkörpert sie im Gewebe.
Die biodynamische
Behandlung steht daher unter der
Führung der Primäratmung. Da die Behandlung nicht von der
menschlichen Intelligenz gesteuert wird, besteht keine Notwendigkeit,
äußere Kräfte auf das System des Klienten auszuüben, die auf
den Vorstellungen von zulässigen Bewegungen beruhen.
Auch
wenn es paradox erscheint: Die Kraft des Lebensodems ist der
Grund, warum jede Behandlungsmethode heilt, unabhängig von ihrem
Eingriffsgrad – sei es Chirurgie, Medikamente, Ernährung,
Manipulation, Körperarbeit, Homöopathie, Akupunktur, Bewegung,
Psychotherapie, Hypnotherapie, feinstoffliche Heilung, Gebet, oder
Meditation.
Je
weniger invasiv die Behandlung jedoch ist, desto größer ist das
Potenzial für dynamische Heilung. Wenn wir präsent und neutral sein
können, wird uns vielleicht das Privileg zuteil, diesen wundersamen
Prozess mitzuerleben, der (meine Anm.: von der Höchsten
Persönlichkeit Gottes) bereits in unser System eingebaut ist.
Die
Anwendung äußerer Kräfte, wie beispielsweise allein der Absicht,
ist unvereinbar mit dem, was Dr. Sutherland in seinen letzten
Lebensjahren lehrte.
DAS
NEUTRAL DES KLIENTEN
Das
Neutral des Klienten ist in der Biodynamik von zentraler
Bedeutung.
Es ist der freie Raum, in dem die Potenz die Trägheitshebel mit dem ursprünglichen Abdruck einer gesunden, kohärenten Bewegung erfüllt.
In der Stille des Neutralen werden die Trägheitshebel mit Leichtigkeit erfüllt, wodurch die Bewegung der festgefahrenen, komprimierten Muster ausgehebelt wird.
Der Trägheitsrhythmus verlangsamt sich bis zum Stillstand,
während sich der komprimierte Raum ausdehnt und damit die Drehpunkte für einen spontanen Fluss der Primäratmung befreit.
Wie ein Kompass, der nach Norden zeigt, orientieren sich die befreiten Drehpunkte zur Mittellinie hin, da sich die Primäratmung von dort aus entfaltet.
Jeder einzelne Drehpunkt, der sich neu ausrichtet, trägt dazu bei, die Mittellinie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Je ausgeglichener die Mittellinie ist, desto größer ist ihre Fähigkeit, eine noch kohärentere Kraft zu verteilen.
Diese Kraft reorganisiert die Stoffwechselfelder – ein Vorgang, der die Vitalfunktionen der Zellmembranen wiederherstellt und den Zellen ihre Gesundheit zurückgibt. In ihrer Gesamtheit führt dies dazu, daß das Gewebe des Klienten seine ursprüngliche Form und Funktion wiedererlangt. Das ist Transmutation – Trägheit wird in gesunde Bewegung umgewandelt, die wiederum eine gesunde Struktur schafft.
Das Neutral macht TRANSMUTATION möglich.
Ein neutraler Zustand entsteht,
- wenn ein Klient sowohl dem Behandler als auch dem Lebensodem so sehr vertraut, daß er in Stille verweilen kann (und dabei weiterhin offen für Gesundheit bleibt), und
- wenn der Behandler von motorischen Eingriffen absieht und somit keinen Stress in das empfindliche Feld der Primäratmung einbringt.
Eine
ausgeglichene Membranspannung schwebt frei im Auftrieb der
Flüssigkeit. Sobald die Trägheitsbewegung still und
schwebend ist, baut sie genügend kohärente Kraft auf, um die
gelierte Grundsubstanz wieder in Flüssigkeit zu verwandeln.
Die
Neutralität des Klienten ist von grundlegender Bedeutung, da sie den
Punkt markiert, an dem er oder sie sich ausreichend entspannt hat, um
dem Nervensystem zu ermöglichen, seine Wachsamkeit und
Stressreflex-Aktivität einzustellen, und die Kontrolle über die
Behandlung an die Primäratmung übergeben hat.
DAS NEUTRAL DES BEHANDLERS
Anstelle von Efferenz
(vom Zentralnervensystem hinausfließende Ströme) warten Sie,
bleiben entspannt, ruhig, und in referenter Gelassenheit. Wenn Sie in
dieser Haltung verweilen, lassen Sie den Lebensodem frei in seinem
natürlichen Zustand sein, und die trägen Teile können dann
kohärent wieder mit dem Ganzen in Einklang kommen.
Dieses ´Feld bewegter
Stille´ ist so vollkommen transparent, daß es mit einem
unbelichteten Film verglichen werden kann. Während meine efferente
Aktivität Stressvektoren auf das sensible Feld prägt, erzeugt sie
destruktive Interferenzmuster, die die Primäratmung einengen können
und sie zwingen, sich mit den von mir eingeführten Kraftlinien
auseinanderzusetzen, anstatt mit den im Körper des Klienten
vorhandenen Kräften. Ich sage es noch einmal: Selbst die subtilste,
liebevollste Suggestion ist efferent und daher nicht neutral.
Die
Sitzung ist beendet, wenn sich die vorherrschende Einhüllung – sei
es dynamische Stille, undifferenzierter Lebensodem, oder lange Flut –
nahtlos in eine elegante fließende Flut verwandelt.
Meiner
Erfahrung nach kehrt ein Klient nicht zur cranialen Welle zurück, es
sei denn, ich habe ihr craniosakrales System destabilisiert. Denken
Sie daran: Die craniale Welle ist präzise auf den Grad der
vorhandenen Invasivität abgestimmt; ihre Frequenz ist
unbeständig, da sie sich ständig als Reaktion auf die Intensität
eines wahrgenommenen Strangs moduliert. Die Cranialwelle ist die
Wächterin der Schwelle, bereit, den Kampf-oder-Flucht-Mechanismus
auszulösen und das Neuro-Hormon-Immunsystem zur Abwehr eines
wahrgenommenen Stressors zu mobilisieren.
Das Vorhandensein von cranialen Wellen deutet daher darauf hin, daß das Ego des Klienten Gefahr wahrnimmt und sich in einem Zustand der Wachsamkeit befindet. Wenn Streßreflexe die Oberhand gewinnen, überlagert die kollektive Entladung des zentralen Nervensystems, des Immunsystems, und des Hormonsystems den neutralen Zustand der Klientin und läßt die Kohärenz ihres Herzfeldes zusammenbrechen.
Die daraus resultierenden Abwehrmuster mit ihrer Vielzahl an störenden Signalen blockieren das Bewusstsein Ihres Klienten für das Auf und Ab der Primäratmung.
Ich stehe auf der
Seite des absoluten Vertrauens in den Lebensodem, daher bemühe ich
mich, die vollständige Kontrolle über die Sitzung der Primäratmung
zu überlassen.
DER STILLE-PUNKT
Durch den
Stille-Punkt von Körper und Geist verbinden sich die Teile wieder
kohärent mit dem Ganzen.
Der Stille-Punkt
schafft den Freiraum, der für einen dynamischen Austausch
zwischen den kohärenten Kräften gesunder Bewegung und den
erschöpften Kräften träger Bewegung notwendig ist.
Die
Primäratmung entspringt dem Stille-Punkt. Daher ist der
Stille-Punkt, so wie ich ihn verstehe, eine Ganzkörper-Stille, aus
der die Primäratmung atmet.
Ein tieferer Stille-Punkt
entsteht, wenn Stille von außen hereinkommt, den Raum erfüllt und
den bereits stillen Körper-Geist des Klienten durchdringt.
Obwohl die Primäratmung aus beiden Arten von Stille-Punkten hervorgeht,
schaffen sie jeweils unterschiedliche Portale:
- Der Körper-Geist Stille-Punkt ist das Portal zur fließenden Strömung,
- während die
beeindruckende Stille, die von außen hereinkommt, das Portal zur
langen Strömung ist.
Der Stille-Punkt ist also der
Dreh- und Angelpunkt für jede Phase der Transmutation bei Ihrem
Klienten sowie für Sie als Praktizierenden. Die Stille erweitert Ihr
Bewusstsein, hält Sie in Ihrer Mittellinie geerdet, und stabilisiert
Sie in einem unerschütterlichen Verweilen in Ihrem Herzen.
FRIEDEN BEWEGT - in Geborgenheit